Seit vielen Jahren erfreut sich die Kochsendung „Das perfekte Dinner“ großer Beliebtheit. Auch im Saarland hat das Format bereits mehrere Male halt gemacht. Derzeit läuft die neuste Ausgabe der „Saarland-Woche“ auf dem Fernsehsender Vox vom 4. bis zum 8. Mai. Mit dabei ist Manuel Gratz aus Schwalbach-Hülzweiler. Er wird beim Finale am Freitag, 8. Mai, Gastgeber sein. Mit der SZ spricht über die Leidenschaft zum Kochen und seine „Dinner“-Erfahrung.
Eigentlich, so der 34-Jährige, habe er sich erst nicht an die Show herangetraut – und das, obwohl er kein TV-Neuling ist. Denn Gratz hat bereits bei der Vox-Sendung „Guidos Deko Queen“ mitgemacht. Er sagt: „Da war ich 2024 dabei. Im September 2024 hat mich dann der Sender angeschrieben, ob ich nicht beim perfekten Dinner mitmachen will.“ Als er wenig später den Aufruf des Senders „Wir suchen das Saarland“ gesehen hat, habe er sich schließlich getraut, sich zu bewerben.
Mit Erfolg: Schon eine Woche später, im Urlaub, habe er einen Anruf aus Köln bekommen: „Es war das perfekte Dinner, die hatten Interesse.“ Die Serie schaue er selbst schon seit etwa zehn Jahren.
Der 34-Jährige arbeitet bei Villeroy & Boch, wo er für die Verfügbarkeit und Versorgung der Waren zuständig ist. Seine Leidenschaft zum Kochen hat Gratz vor ungefähr 20 Jahren gefunden. „Damals habe ich mit Weight Watchers 20 Kilo abgenommen. Seitdem koche ich jeden Tag frisch“, erzählt der 34-Jährige.
Gratz‘ Küche ist vollkommen vegan. „Ich lebe seit zwei Jahren vegan, nachdem ich eine Doku über die Tierhaltung gesehen habe. Das konnte ich nicht mit mir vereinbaren“, erklärt der Schwalbacher. Vermissen würde er in seiner Diät nichts. Anfangs habe es etwas Umgewöhnung gebraucht. „Am meisten habe ich mit der Milch und dem Käse gehadert. Doch irgendwann funktioniert es.“
Wie anstrengend der Dreh sein wird, habe er unterschätzt. Vor allem der Koch-Tag sei intensiv gewesen: „Da ging um halb neun die Klingel und es wird 30 bis 40 Minuten die Kamera draufgehalten – es soll authentisch sein.“ Nach einer kurzen Pause gehe es dann bis etwa 12.30 Uhr mit einem Interview weiter. „Danach stehe ich bis halb 6 in der Küche und koche. Dann baut das Kamerateam auf, bis um halb sieben die Gäste da sind.“ Bis etwa ein Uhr nachts ginge es so weiter. „Man ist wie in einer Blase“, sagt Gratz. So sei der Dreh zwar eine tolle Zeit gewesen, doch gleichzeitig habe er sich danach gefreut, sich erholen zu können.
Von seiner veganen Ernährungsweise hat der 34-Jährige für die Show eine Ausnahme gemacht. „Für die Dinner-Woche habe ich mich entschieden, Flexitarier zu sein. Ich wollte keine Extrawurst gemacht bekommen.“ Bei den Kandidaten habe es direkt harmoniert. „Alle waren total nett. Wir haben uns sogar zwei Monate nach dem Dreh zum Essen getroffen“, sagt Gratz.
Auf den letzten Metern wäre fast alles ins Wasser gefallen. Denn Co-Kandidat Timo und er seien vor dem Finale krank geworden. „Wir haben am vorletzten Abend schon Tabletten ausgetauscht“, erzählt der 34-Jährige. Weil er so krank war, habe er in der Nacht vor seinem großen Tag bis fünf Uhr morgens wach gelegen. „Ich dachte schon, ich muss absagen.“ Schlussendlich habe er es doch gemacht. „Mit Ibu und Adrenalin hat es dann vermutlich funktioniert“, sagt der 34-Jährige.
Als Vorspeise gab es bei Gratz eine Kürbis-Kokos-Süßkartoffel-Cremesuppe mit einem in Kürbiskernöl angebratenen, selbst gemachten Brot. „Sogar Sandra, die eigentlich keine Cremesuppen mag, hat es geschmeckt“, sagt er.
Für den Hauptgang hat er eine Champignon-Masse, die mit einem Brotteig in Kohl gewickelt ist, mit Kartoffelpüree, gebackenem Kürbis und Bratensoße serviert. „Ich wollte es nicht vegane Kohlroulade nennen. Bei so was hat man meistens einen typischen Geschmack im Kopf.“ Dabei sei nur eine Sache bemängelt worden: „Ich bin absolut kein Salz-Fan, esse Pommes ohne Salz und spare an Gewürzen. Die Füllung hätte wohl etwas mehr Bums gebraucht, auch wenn sie für mich perfekt war.“
Beim Dessert habe er sich die meiste Mühe gegeben. Durch Rezept-Videos auf YouTube, Instagram & Co. sei er zu einer „Back-Maus“ geworden, wie er selbst sagt. „Kuchen, Kekse, Torten – das ist meine Leidenschaft.“ Für das „perfekte Dinner“ habe er sich ein veganes Dessert mit „Wow-Effekt“ überlegt. „Oft sind vegane Desserts Schokokuchen, weil die einfach sind.“ Seine Wahl ist auf ein Schoko-Mousse-Törtchen auf einem Biskuit-Mürbe-Teig mit flüssigem Himbeerkern gefallen.
Dafür hat er ein Standard-Rezept genommen und es mühsam abgeändert. „Ich musste das Dessert locker zehn Mal testen. Vor allem beim Himbeerkern musste ich herumprobieren, bis ich die perfekte Größe gefunden habe.“ Das habe sich ausgezahlt: „Die anderen haben mich dafür gefeiert. Ich bin froh, dass ich damit herausstechen konnte.“
Neben dem Kochen trifft sich der Dinner-Kandidat gerne mit Freunden und geht ins Fitnessstudio. „Reisen macht mir auch Spaß – auch wenn das jetzt etwas anders ist, nachdem mein Mann und ich einen Hund haben.“ Neben Reisezielen wie Belgien oder Österreich zieht es ihn regelmäßig nach Bayern. Denn ursprünglich kommt der Wahl-Saarländer aus Bayern, vom Tegernsee.
Als Kind sei er öfter mit seiner Mutter, die Saarländerin ist, im Saarland zu Besuch gewesen. „Ich habe schon immer gesagt ,dass ich im Saarland wohnen möchte. 2014 habe ich es dann durchgezogen.“ Dort schätze Gratz vor allem die Mentalität und Herzlichkeit der Menschen. „Und dieses französische Flair, egal ob in Saarbrücken oder in Saarlouis. Ich liebe es hier.“
Manuel Gratz ist am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr bei „Das perfekte Dinner“ auf VOX zu sehen.
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